Es begann im Jahre 1920 ...
In den Anfangsjahren, kurz nachdem sich die Sangesgemeinschaft »Liederkranz Ramersdorf« im Sommer 1920 von »einer kleinen Anzahl kampferprobter Genossen, Ramersdorfer Bürgern« gebildet hatte, führtewn Diskussionen und Unzufriedenheit dazu, dass sich der Chor spaltete und der »Liederkranz Ramersdorf« mit 15 aktiven Sängern ins Gasthaus zur Post zog, während die »Sängerrunde« als gemischter Chor im Ramersdorfer Saal verblieb. Erst 1961 traf man sich wieder.
Die verschwundenen Vereins-Standardte
Einigkeit herrschte noch, als am 7. und 8. Juli 1923 beim ersten Gründungsfest die neue Vereins-Standarte feierlich eingeweiht wurde. Sie trägt auf der einen Seite den Schriftzug »Männergesangs Verein Liederkranz Ramersdorf«, der sich um eine Lyra schmiegt, und auf der anderen Seite ein Abbild der Wallfahrtskirche Maria Ramersdorf. Mit dieser unterstreicht der Männergesangsverein seine Verbundenheit zu Ramersdorf sowie, dass er sich ausschließlich dem Gesang widmet.
Die kirchliche Weihe der Standarte erfolgte im Juli 1923. Jetzt konnte sie »auf dem Friedhof ausgelassen werden« und wurde bei »Fahnenweihen anderer Vereine« stolz präsentiert. Den Sängern zeigte sie an, wo man sich bei Sängerfesten oder Beerdigungen versammelte. Zumindest bis 1961, als sie im Zuge einer Restaurierung sie verschwand.
Zum 90-jährigen Vereinsjubiläum
Ausgerechnet am 1. April 2010 bekam der Männerchor eine E-Mail aus Maisach vom dortigen Gesangsverein: Man habe im Keller eine Standarte mit der Aufschrift «Männergesangsverein-Liederkranz Ramersdorf« gefunden. Und dies war kein Scherz. Die mit gesandten Fotos zeigten die 1923 geweihte Vereinsstandarte. Ohne Zweifel! Aber die Standarte und neun inzwischen noch aufgetauchte Freundschaftsbänder müssen für etwa 7.000 Euro restauriert werden. Der Männerchor hofft auf einen Zuschuss des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach, zu dem sich der BA prinzipiell positiv äußerte.
